CURRENT PROJECT

State-of-the-Art Report zur Friedensbildung im deutschsprachigen Raum

Placeholder Foto: Flickr, Creative Commons / Redfirerising unter BY-NC-ND 2.0 Lizenz

Das Projekt trägt neueste Erkenntnisse der Friedensbildung im deutschsprachigen Raum in einem State-of-the-Art Report und formuliert Empfehlungen für die (schul-)politische und pädagogische Praxis.

Timeframe: 2021 - 2022


Friedensbildung in Deutschland hat in den letzten Jahren einen Aufschwung erfahren. Es sind zahlreiche Initiativen entstanden, die Friedensbildung in Schule und Unterricht stärken wollen. Dies reicht von einzelnen Schulprojekten bis hin zur strukturellen Verankerung von Friedensbildung in schulischen Bildungsplänen auf Länderebene (Bsp. Baden-Württemberg). Ein systematischer Überblick über die aktuellen Entwicklungen, Ansätze und Chancenpotenziale der Friedensbildung im deutschsprachigen Raum fehlt allerdings bisher. Vorliegende Erkenntnisse aus Theorie und Praxis zu unterschiedlichen Ansätzen werden nicht zusammengetragen und ausgewertet. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Friedensbildung angesichts einer Vielzahl gesellschaftlicher Herausforderungen, die in die Schulen hineinwirken.

Die Ausprägungen und Folgen anhaltender innergesellschaftlicher und internationaler Gewaltbereitschaft beeinflussen den Alltag und die Erfahrungswelten der Schüler*innen auf vielfältige Art. In diesem Kontext lässt sich ein wachsendes Interesse (und eine steigende Handlungsbereitschaft) der Schülerschaft bezüglich der Themen feststellen, die ihre Zukunft betreffen. Auch die durch die Corona-Krise zusätzlich stark beschleunigte Verlagerung des Lernens und Handelns von Schüler*innen in digitale Räume verdient hohe Beachtung. Vor diesem Hintergrund müssen die Angebote und Ansätze der Friedensbildung immer wieder daraufhin geprüft werden, ob und wie sie mit diesen Herausforderungen wissenschaftlich fundiert umgehen.

Ziele

1. Schärfung des Profils der Friedensbildung: Durch ein Mapping sollen die wichtigsten Ansätze, Akteure, Diskurse und Handlungsfelder der Friedensbildung im deutschsprachigen Raum sichtbar gemacht werden. Dafür wird ein Analyseraster entwickelt, um Friedensbildung hinsichtlich ihrer Ziele, Zielgruppen, Inhalte, Didaktik, Strukturen/Lernorte und Lernmedien konzeptualisieren zu können.

2. Erschließung neuer Erkenntnisse aus Bezugswissenschaften. Die Planung und Ausgestaltung von Ansätzen und Maßnahmen der Friedensbildung braucht die theoretische Fundierung aus verschiedenen Bezugswissenschaften. Viele Ansätze beziehen implizit oder explizit Erkenntnisse aus der Politikwissenschaft und der Pädagogik, der Soziologie, der Sozialpsychologie, der Neurowissenschaften oder der Medien- und Kommunikationswissenschaften mit ein. Die zentrale Frage ist: Welche neueren Erkenntnisse aus ausgewählten Bezugswissenschaften bieten Anregungen für eine theoriegestützte Konzeption der Friedensbildung in Bezug auf die Ausgestaltung der Ziele, Zielgruppen, Inhalte, Didaktik, Strukturen/Lernorte und Lernmedien der Friedensbildung? Was weiß zum Beispiel die Soziologie über die Ausdifferenzierung jugendlicher Lebenswelten und Wertorientierungen und welche Konsequenzen hat dies für die Friedensbildung? Welche Erkenntnisse der Medien- und Kommunikationswissenschaft können die Entwicklung neuer digitaler Lernmedien für Friedensbildung bereichern? Die Erforschung dieser und weiterer Fragen erlaubt auch die Identifizierung bzw. Benennung von Defiziten innerhalb der Friedensbildung (z.B. Fehlen gendertheoretischer und rassismuskritischer Ansätze) und von neuen Herausforderungen (z.B. Politisierung über Soziale Medien). So werden neue Fragestellungen für weitere wissenschaftliche Projekte generiert und internationale Erkenntnisse über Peace Education in Diskursen über Friedensbildung in Deutschland sichtbarer.

3. Entwicklung von Empfehlungen für (schul-)politische Entscheidungsträger*innen und für die pädagogische Praxis an Schulen: Aus den Ergebnissen des Mappings und der Erkenntnisse aus den Bezugswissenschaften lassen sich einerseits Empfehlungen für die strukturelle Weiterentwicklung der Friedensbildung für (schul-)politische Entscheidungsträger*innen formulieren als auch konkrete Hinweise für die Planung und Umsetzung von Maßnahmen der Friedensbildung in Schule und Unterricht.

Ergebnisse

Als Ergebnisse sind geplant: (1) ein State-of-the-Art Report, der das Mapping zur Friedensbildung und die Impulse aus ausgewählten Bezugswissenschaften enthält sowie in einer theoriegestützten Konzeption mündet, und daraus abgeleitet (2) Empfehlungen für die (schul-)politische Praxis und für die pädagogische Praxis der Friedensbildung formuliert. In einem interdisziplinären Fachgespräch werden die vorläufigen Ergebnisse aus dem State-of-the-Art Report diskutiert, anschließend überarbeitet und (3) in einem Podcast für die interessierte Öffentlichkeit verfügbar gemacht.

Förderer

Deutsche Stiftung Friedensforschung

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Project lead

Uli Jäger
Head of Department
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Team members

Cora Bieß
Assia Bitzan
Anne Kruck

 


Media contact

Florian Lüdtke
Media and Communications Manager
+49 (0)151 6655 7357
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